Der Glaube im alten Ägypten

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Zora
07.10.2004

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Die Pyramiden waren zugleich Denkmal, Grabstätte für den Hofstaat und Geldanlage sowie Prestigesymbol im Dies- und Jenseits. Die Pyramidenform symbolisierte auch die Hierarchiestruktur im damaligen Ägypten. An der Spitze stand der Pharao, ihn umgaben einige wenige Berater, Lieblingsfrauen, Leibsklaven und ausgewählte Leibwächter als nächstbreitere Stufe. Nach dieser Rangfolge wurden auch die Grabkammern vergeben. An nächster Stelle kam der restliche Hofstaat und den Sockel der Pyramide bildete das gemeine Volk.

Nach dem Ableben des Herrschers wurden alle Personen seines direkten Umfeldes mit ihm bestattet. Man legte Speisen, Getränke, Geschmeide, Wert- und Kultgegenstände als Grabbeigabe in die "Reichweite" ihrer Besitzer. Aus heutiger Sicht mag es seltsam anmuten, dass so viele Menschen sich freiwillig in ihr Schicksal der "Hinrichtung" fügten, nur weil ein einziger Mensch gestorben war. Aber dies entsprach der religiösen Überzeugung jener Epoche.

Menschen, die am Hof des Pharao eine Stellung fürs Leben innehatten, konnten diese auch im Jenseits behalten. So war es elbstverständlich, dass sich der ganze Hofstaat gerne und freiwillig seinem Schicksal scheinbarer Hinrichtung fügte. Leichenfunde in Pyramiden bekräftigen diese Annahme: Jeder legte sich nach dem Gifttrunk zum Sterben an den ihm zugedachten Platz in der Grabkammer seiner Zugehörigkeit und schlief selig ein. Lediglich dann, wenn sich der Alchemist bei der Zusammenstellung des Abschiedstrankes schwerwiegend vertan hatte, oder die Dosierung unpassend war, also die Sterbenden Schmerzen litten, bewegten sie sich noch von ihrer angewiesenen Ruhestätte weg.

Den Frauen und höheren Dienern eines Herrschers wurde oft sogar das Privileg der Mumifizierung "auf Staatskosten" zuteil. Damit erfüllte sich für Viele ein Lebenswunsch, den man nie aufs Spiel gesetzt hätte, indem man sich weigerte, dem Pharao oder König in den Tod zu folgen, der als Berufung verstanden wurde. Lediglich die Erben des Herrschers und künftigen Landesoberhäupter "mussten" um der Führung von Land und Volk willen weiterleben.

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